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Wie gelingt nachhaltiges Investieren?

“Nachhaltigkeit” ist in aller Munde. Nicht zuletzt aufgrund der zu erwartenden Klimaveränderung, der Verschmutzung der Weltmeere und der damit drohenden Auswirkung auf das Leben unsere Kinder. Und das ist auch gut so. Gut, dass das Bewusstsein von uns allen geschärft wird und es sichtbar und spürbar wird, dass wir achtsamer mit unserer Erde umgehen sollen.

 

NACHHALTIGKEIT ist das neue BIO

 

Und dennoch lässt mich das Gefühl nicht los, dass Nachhaltigkeit, das neue BIO ist.

Was meine ich damit?

Mann und Frau leben heute gerne nachhaltig. Unternehmen scheinen auf einmal großen Wert auf unsere Umwelt zu legen. Plastik wird in der Produktion und als Verpackungsmaterial eingespart. Auf der Verpackung der Produkte wird marktorientiert der Co2-Fußabdruck angeführt und erklärt wie umweltschonend das Produkt hergestellt wurde. Kaum ein Produkt, an dem der Hinweis fehlt.

Quelle: https://www.marktmeinungmensch.at/studien/nachhaltigkeit-in-oesterreich-wuensche-interessen-/

 

Doch, wer kann tatsächlich nachvollziehen, ob etwas tatsächlich KLIMANEUTRAL oder nachhaltig hergestellt wurde – und was bedeutet das überhaupt?

Für eine Privatperson ist es schwierig, zu kontrollieren, ob tatsächlich den Unternehmen die Umwelt am Herzen liegt oder ob Marketing-Aspekte im Vordergrund stehen. 

 

 

NACHHALTIGKEIT in der Finanzbranche klar im Trend

 

In der Abbildung unten wird ersichtlich, dass auch in der Finanzbranche der grüne Gedanke immer wichtiger wird. Demnach wünschen sich 45 % der unter 39-Jährigen eine nachhaltige Anlage. Mehrheitlich Frauen legen Wert darauf in nachhaltige Investmentmöglichkeiten ihr Geld anzulegen.

Googelt man nach dem Begriff “nachhaltig investieren” erscheinen über 7,6 Mio. (7 680 000) Ergebnisse!

 

 

Demnach ist klar: nachhaltig investieren ist ein klarer Trend. Zahlreiche Finanzinstitute werben mit ihren nachhaltigen Produkten. Die Börsenzeitschrift meiner Hausbank erscheint seit kurzem in besonders nachhaltig wirkenden Design – gedruckt auf Ökopapier.

Und JA: das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz ist wichtig!

 

Was bedeutet: “NACHHALTIG investieren”?

 

Doch, was bedeutet “nachhaltig investieren”. Wie NACHHALTIG sind tatsächlich die unzähligen Anlageprodukte, die zur Zeit angeboten werden? Welche Möglichkeiten gibt es, die Produkte zu bewerten und eine richtige Entscheidung zu treffen?

Zum Einen gibt es Zertifikate und Zusätze zu den Produktnamen, die darauf schließen lassen, dass das Finanzprodukt auf nachhaltige Unternehmen, Branchen oder Märkte setzt.

 

Kritisch: Zertifikate, Richtlinien und Zusätze

 

Eine Möglichkeit ist, auf den Zusatz von ESG oder SRI zu achten.

Was bedeuten diese Zusätze?

  1. ESG-Richtlinien

    Die ESG-Richtlinie bedeutet E = Environmental, S = Social und G = Governance
    Somit besagen diese Richtlinien, dass die Unternehmen unter Rücksichtnahme auf umweltrelevante Themen und soziale Verantwortung geführt werden.

  2. SRI

    Der Zusatz SRI bedeutet S = Social, R = Responsible und I = Investing
    Unter SRI verstehen wir sozial verantwortliches Investieren. Was alles unter “soziale Verantwortung” fällt, ist allerdings ein breiter Begriff und nicht reguliert.

Zusätzlich zu diesen Richtlinien und Zusätzen gibt es Zertifikate, die nachhaltiges Investieren garantieren sollen.

 

Wie zuverlässig sind Nachhaltigkeits-Zertifikate?

 

Doch ganz ehrlich: auch diese Zertifikate sind unterschiedlich. Jede Organisation hat andere Schwerpunkte und somit ist für den Privatanleger wiederum nicht gewährleistet, dass zertifizierte Nachhaltigkeit auch der Definition des Anlegers entspricht. Ähnlich wie bei den Lebensmitteln gilt auch bei Finanzprodukten vorsichtig und kritisch zu sein.

Für mich entsprechen diese Nachhaltigkeits-Zertifikate ungefähr den BIO-Zertifikaten. Es gibt unzählige Zertifikate von unterschiedlichen Anbietern mit unterschiedlichen Definitionen. Dieser Umstand macht es für Konsumenten und gleichermaßen für Anleger schwierig, eine richtige und zuverlässige Entscheidung zu treffen.

 

Was ist mein FAZIT?

 

Was sind nun die ersten Schritte als Privatanlager um in nachhaltige Unternehmen zu investieren und einen wichtigen Beitrag für Klimaschutz und soziale Verantwortung zu leisten?

Wie kann eine nachhaltige Geldanlage gelingen?

Jeder Anleger sollte sich darüber Gedanken machen und klar werden, was für ihn/sie Nachhaltigkeit bedeutet. Welche Themen sind haben einen besonderen Stellenwert? In welchen Bereichen soll der Schwerpunkt gelegt werden?

Eine Orientierungshilfe können die ESG-Kriterien bieten:

ESG-Kriterien
ESG-Kriterien

Möglicherweise reicht den einen, dass z.B. ein ETF (Exchange Traded Fund; eine günstige und gut diversifizierte Anlagemöglichkeit für Privatinvestoren), der keine Unternehmen der Erdöl-, Kohle- und Tabakindustrie widerspiegelt. Während andere vielleicht vereinzelte Unternehmen vollkommen ausschließen möchten – wie z.B. Nestlé oder Monsanto.

Die Interpretation der Nachhaltigkeit ist so vielfältig wie wir Menschen. Es gibt keine Pauschallösung dafür. Möglicherweise gibt es auch kein Anlageprodukt, das genau den Anforderungen entspricht. Doch es gibt Annäherungsmöglichkeiten.

 

Die große Nachhaltigkeit beginnt im Kleinen

 

Und meiner Meinung nach beginnt, die große Nachhaltigkeit im Kleinen.

Bei uns selbst und unserem Verhalten können wir beginnen und unsere Natur, die Tiere und Menschen in unserer näheren Umgebung wertschätzen. Wir können beginnen unser Verhalten zu ändern. Kaufen wir jene Produkte, von denen wir überzeugt sind.

Wie können manche von uns von großen Unternehmen Nachhaltigkeit einfordern, wenn sie selbst keine wahre Nachhaltigkeit leben?

Beginnen wir bei uns selbst.

Was nachhaltiges Investieren betrifft, möchte ich folgende Schritte vorschlagen:

 

  1. Kriterien festlegen

    Was verstehe ich unter nachhaltig? Welche Themen sind mir wichtig?

  2. Lebensweise anpassen

    denn bereits wenn wir unser Verhalten ändern, senden wir ein Signal an die Wirtschaft

  3. ETF recherchieren, die den eigenen Kriterien entsprechen

  4. INVESTIEREN

 

Zu Punkt 3. und 4.:
Jene, die bei meinen Vorträgen und Workshops teilnahmen, wissen, dass es wichtig ist, die Investition zu starten. Nimm vorerst in Kauf, dass der ETF oder das Anlageprodukt nicht ganz perfekt ist. Das Wichtige ist: zu starten.

 

Später kann die Produktauswahl angepasst werden. Denn mit jedem Tag, der versäumt wird zu investieren, nimmst du einen Geldverlust in Kauf.

 

 

 

 

 

 

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